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Lieber Klepper-Kapitän!

Auf den ersten Blick sieht das gedruckte Zeug, das Sie zu Ihrem Klepper-Boot erhalten, vielleicht kompliziert aus.  Aber, haben Sie keine Angst! Nach einigen Fahrten wird vieles von dem, was ich hier aufgeschrieben habe, für Sie selbstverständlich sein.  Trotzdem empfehle ich Ihnen, besonders die Pflegeanleitung gut aufzuheben; sie enthält manchen praktischen Wink, um den Sie später froh sind und erspart Ihnen zeitraubende Rückfragen.

Ich möchte Sie also nicht unnötig aufhalten, sondern nur erreichen, daß Sie recht lange Freude an Ihrem Klepper Boot haben.

Die rein technische Aufbauleitung, die zu jedem Klepper Boot gehört, liest sich etwas trocken.  Trotzdem bitte ich Sie, alles genau zu beachten und Ihr neues Klepper-Boot danach zusammenzustellen.

Ein Tip: Mit dem ersten Aufbau bestimmen Sie die unveränderliche Form Ihrer Bootshaut.  Achten Sie deshalb gut darauf, daß die Verdecknähte mit den oberen Bordwandkanten parallel verlaufen.  Sonst verzieht sich die Haut und läßt sich nie mehr ausrichten.  Scheuen Sie die kleine Mühe nicht und schieben Sie, wenn es sein muß, das Gerüst 2 oder 3 mal ein, bis die Haut tadellos sitzt.  Dann freuen Sie sich das ganze liebe Bootsleben lang über den leichten Aufbau und das gute Aussehen Ihres Klepper-Bootes.

Hier ein paar Winke, wie Sie Ihr Boot am zweckmäßigsten pflegen und behandeln:

Sämtliche Klepper-Filialen und autorisierten Verkaufsstellen führen ein für Faltboote besonders entwickeltes, säurefreies Bootswachs, das Sie selbstverständlich auch ab Rosenheim beziehen können, und zwar silber, blau, rot und farblos.  Wachsen Sie ab und zu den gummierten Teil der Bootshaut außen und innen damit ein.  Dann sind die Poren geschlossen und der Schmutz kann sich darin nicht festsetzen.  Aber 

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nicht gleich pfundweise auftragen, sondern so dünn, wie man Schuhe einreibt und - das Wichtigste - nach einigen Stunden tüchtig polieren! Sie werden staunen, wie schnell das Boot gleitet.

Von ganz gewiegten Faltbootfahrern habe ich gelernt, Talkum (in jeder Drogerie für ein paar Pfennige erhältlich) in einen Beutel aus porösem Stoff zu geben und damit die gewachste Bootshaut außen und innen zu pudern.  Und dann - gut nachpolieren.... ! Nicht vergessen, überschüssiges Talkum aus dem Bootsinnern zu entfernen.  Mit Wasser vermischt bildet es im Verdeck häßliche Flecken, die sich schwer beseitigen lassen.
Reinigen Sie, selbst wenn Sie nach einer wunderschönen Tour müde am Bootshaus ankommen und Ihr Boot lieber "so" unterstellen möchten, wenigstens die Gummihaut außen mit sauberem Wasser, dann und wann auch mit Seife.

Das Verdeck im allgemeinen mit einer weichen Bürste trocken säubern, besonders in, unter und zwischen den Nähten.  Eventuell zusätzlich sauberes Wasser verwenden.  Wenn es unbedingt nottut, reinigen Sie das Verdeck am aufgebauten Boot mit kalter Kernseifenlösung.  Anschließend mit handwarmem oder kaltem Wasser die Seifen- und gelösten Schmutz-Rückstände - besonders wieder in, unter und zwischen den Nähten ausbürsten.  Nach dem Trocknen das Verdeck mit essigsaurer oder ameisensaurer Tonerdelösung nachimprägnieren.  Handelsübliches, synthetisches Waschmittel dürfen Sie zum Reinigen Ihres Klepper-Bootes nie verwenden, auch kein Feinwaschmittel, sondern nur Kernseife.  Nehmen Sie zu gegebener Zeit das Gerüst heraus, säubern Sie es mit klarem Wasser und reiben Sie nach dem Trocknen die Metallteile mit unserem Bootswachs ein.

Im Boot sammeln sich bei jeder Fahrt, Sie können sich noch so sehr in acht nehmen: Sand, Schmutz, Tropf- und Kondenswasser, beim Befahren kleiner Flüsse auch Laub, Ästchen und allerlei Krimskrams.  Bedenken Sie: Sand wirkt im Bootsinnern wie Glaspapier.  Er scheuert hauptsächlich an den Auflagestellen des Gerüstes und beschädigt nicht nur den Gerüstlack, sondern auch die Bootshaut.
Die Hautinnenseite können Sie ebenfalls ohne Hemmungen mit klarem Wasser und Seife waschen.

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Übrigens: "Wasser, das Element der Reinlichkeit....... so glauben die Landratten, die nur mit Leitungswasser in Berührung kommen.  Schauen Sie sich nach einer dreiwöchigen Ferienfahrt einmal Ihre Bootshaut an.  Sie werden einen Zierstreifen entdecken, der den Tiefgang Ihres Boot es genau anzeigt!

Aber auch da gibt es Unterschiede: Von Flüssen, die verbaut sind oder auf denen Schiffe verkehren, erwarten Sie von vornherein nicht das klare, saubere Wasser wie etwa von einem völlig natürlichen Fluß oder See, die frei sind von Betriebsstoffrückständen der Schiffe, industriellen Abwässern und allen Fesseln der modernen Technik.  Deshalb vorsorgen: Wachsen und polieren

Meinen Freunden, die Fahrten in salzhaltigem Meereswasser unternehmen, möchte ich die Pflege ihres Bootes besonders ans Herz legen.  Wachsen Sie die Gummihaut vorher gut, reiben Sie auch die Metallteile des Gerüstes mit unserem Bootswachs ein; es bietet guten Schutz.  Und nach beendeter Fahrt reinigen Sie bitte das gesamte Boot mit sauberem Süßwasser, auch das Verdeck und jedes Gerüstteil.  Nach dem Trocknen wachsen Sie dann die Gummihaut und die Metallteile des Gerüstes wieder ein.  Ihr Boot wird es mit langer Lebensdauer lohnen.

Wollen Sie Ihr Boot aufgebaut lagern, bitte dafür sorgen, daß Haut und Gerüst vollkommen trocken sind.  Auf keinen Fall die beiden Gerüsthälften in die nasse Bootshaut schieben; Bug und Heck können dann nicht austrocknen.  Haben Sie Geduld!  Bug und Heck, die ganze Innenseite der Bootshaut und das Verdeck trocknen schneller als Sie denken, wenn Sie mit einem Spant jeder Gerüsthälfte das Verdeck hochstellen.  Jetzt kann die Luft bis zum Bug und Heck vordringen.  In dieser Hinsicht sollten Sie sehr vorsichtig sein, denn Feuchtigkeit verursacht im Verdeck und in der Gummihaut - auch an den Nähten - Zersetzung und Fäulnis.  Ein dauernd feuchtes Gerüst, das nie austrocknen kann, verliert seine Stabilität.  Wenn Sie also Ihr Boot recht lange erfreuen soll - und das wünschen Sie sich doch, - pflegen Sie es bitte nach dieser Anleitung; seine Lebensdauer hängt zum großen Teil davon ab.

Unterwegs, auf Wanderfahrt, brauchen Sie es natürlich nicht auseinander zu nehmen und zu trocknen.  Das können Sie später, zuhause, leicht nachholen.

Manche Kanuten lagern ihr Boot kielunten und decken die Sitzluke zu.  Das dürfen Sie aber nur, wenn das Bootsinnere, Haut und Gerüst, vollkommen trocken sind.  Besser ist, Sie lassen die Sitzluke offen, weil sich im Bootsinnern durch Temperatur-Wechsel Kondenswasser bildet.  Luftzirkulation hingegen verhütet Zersetzungsschäden an der Bootshaut, an den Nähten, im Bug- und Heckinnern, am Verdeck und am Gerüst.

Läßt es sich einmal nicht vermeiden, Ihr Boot naß abzubauen, weil sonst der letzte Bummelzug wegfährt, ist das ;halb so schlimm.  Sie lassen ja sofort nach Ihrer Rückkehr Bootshaut und Gerüst wie oben beschrieben trocknen..... !

Selbstverständlich können Sie Haut und Gerüst, gut getrocknet, zerlegt in den Taschen und im Rucksack aufheben.  Aber bitte nicht in einem feuchten Raum, oder direkt auf Beton, der immer Kälte ausstrahlt oder an eine Außenwand gelehnt.  Feuchtigkeit schadet Haut und Gerüst, das wissen Sie ja schon aus dem Vorhergesagten.  Und unter Einwirkung von dauernder Kälte schrumpft die ungespannte Haut zusammen.  Beim nächsten Aufbau haben Sie dann Ihre liebe Not.

Halten Sie handelsübliche Fette und Öle in jeder Form, auch Sonnenöl und Cremes von Ihrer Bootshaut und den Kissen fern.  All diese Sachen sind gummifeindlich.  Butter heben Sie am besten n einer dicht schließenden Dose auf.

Wußten Sie eigentlich schon, daß Faltbootfahrer einen Kühlschrank mitführen?  Ganz einfach: Stellen Sie, wenn Sie durch die Lande wasserwandern, Ihre Fettigkeiten nicht auf das Gepäck unter das heiße Bootsverdeck, sondern auf die kühle, vom Wasser umspülte Bootshaut, zwischen die Rundstäbe., Das ist Ihr Kühlschrank, unentbehrlich an heißen Sommertagen - auch für Getränke -!

Ich erklärte Ihnen ja schon, wie wichtig es ist, das Bootsinnere sauber zu halten, besonders von Sandkörnchen.  Der Lack Ihres Bootsgerüstes scheuert im Laufe der Zeit ab, in erster Linie am Vorder- und Hintersteven, an den Unterkanten des Kielbodens und den Auflagestellen der Rundstäbe.  Das zeigt sich meistens erst, wenn Sie viele Fahrten mit Ihrem Klepper-Boot hinter sich haben.  Von uns oder unseren Filialen und Vertretungen können Sie einen Speziallack beziehen, mit dem Sie die schadhaften Stellen ausbessern.  Es muß allerdings unbedingt ein Bootslack sein!  Vor dem Lackieren die schadhafte Stelle gründlich säubern, eventuell mit Glaspapier von Talkum, Wachs usw.; sonst trocknet der Lack nicht..

Daß Holz arbeitet, ist ganz natürlich und eine bekannte Tatsache; mit keinem Mittel kann man diesen Vorgang verhindern.  Der Gerüstlack wird infolgedessen langsam rissig; Feuchtigkeit und Fäulnis können eindringen.  Deshalb von Zeit zu Zeit das gesamte Gerüst sorgfältig reinigen, nachlackieren und auf diese Weise gegen Eindringen von Feuchtigkeit schützen. Wichtig! Nur trockene Gerüstteile lackieren und nicht in der Sonne.  In der Sonnenhitze verdunstet das Lösungsmittel zu schnell.

Außer dem Gerüstlack können Sie von unseren Filialen und Vertretungen oder auch direkt ab Werk Verdeck-Imprägnierung (blau, khaki und rot), Gummifarbe (silber, rot und blau), Gewebe-Kielstreifen und Spezial-Gummilösung beziehen; in unserem Katalog finden Sie alles angeboten.

Vorsicht, wenn Sie zum Verdünnen dieser Lösungen oder Reinigen der Bootshaut Benzin verwenden.  Feuergefährlich! Deshalb keinen der vorgenannten Artikel in einem kleinen Raum verarbeiten, in dem offenes Feuer brennt.  Aber auch nicht, in der Sonne, die Lösungsmittel verdunsten dann zu schnell.

Wie Sie das Verdeck im allgemeinen pflegen, besprachen wir, schon einige Seiten zuvor.  Nach mehrjährigem Gebrauch können Sie es, wenn Sie es für erforderlich halten, gründlich mit unserer Verdeck-Imprägnierung (feuergefährlich) nachbehandeln; sie enthält zusätzlich einen Farbstoff.  Imprägnieren heißt aber nicht auffärben.  Zuviel Imprägniermasse und zuviel Farbstoff machen den Verdeckstoff brüchig.  Fett- und Schmutzflecken lassen sich auch durch unser Imprägniermittel nicht ganz überdecken. 
Anleitung zum Imprägnieren des Verdecks: Verdeck mit sauberem Wasser, Kernseifenlösung und einer weichen Bürste gründlich säubern, mit handwarmem oder kaltem Wasser nachbürsten, um die Seifen- und Schmutz-Rückstände zu entfernen und völlig trocknen lassen.  Die Imprägniermasse vor dem Gebrauch umrühren, bis sie ganz flüssig wird; eventuell mit reinem Benzin (feuergefährlich) etwas nachverdünnen und mit einem weichen, möglichst breiten Pinsel auftragen; besonders die Nähte einstreichen und auch die Innenseite.  Schnell arbeiten, aber nicht in der Sonne! Dann vermeiden Sie Randbildungen.  Einige Stunden trocknen lassen!  Wenn Sie anschließend mit einer weichen Bürste nachbehandeln, erzielen Sie einen gleichmäßigen Ton.

Unsere Verdeck-Imprägnierung und Gummifarbe enthalten einen hohen Prozentsatz Benzin.  Wenn Sie damit größere Flächen bestreichen oder wenn Sie Benzin allein gebrauchen, dann wegen der Feuersgefahr und Explosionsgefahr im Freien arbeiten!

Mit Gummifarbe (feuergefährlich) können Sie Ihre Bootshaut, wenn sie nach etlichen Jahren unansehnlich geworden ist, wieder auffrischen und gleichzeitige die üblichen leichten Scheuerstellen überdecken.

Hier die Anleitung: Gummihaut mit Benzin sorgfältig reinigen, besonders von Wachs sonst kann sich die Farbe mit der Bootshaut nicht verbinden - und gut trocknen lassen.  Farbe gründlich umrühren und mit weichem Pinsel dünn auftragen.  Sonne meiden!  Stark abgenutzte Stellen vorstreichen, 5 Stunden trocknen lassen und erst dann die ganze Gummihaut überstreichen.  Wieder gut trocknen lassen, leicht einwachsen, mit Talkum einpudern und mit weicher Bürste oder weichem Lappen polieren.

Stärkere Abschürfungen an der Kiel- und Kimmlinie (Rundstäbe) können Sie mit Gewebe-Kielstreifen überkleben.

Anleitung zum Selbstaufkleben der Gewebe-Kielstreifen: Damit Sie einwandfreien Halt erzielen, muß die Arbeit am aufgebauten Boot erfolgen.  Sonne meiden! Die Gewebe Kielstreifen werden mit unserer Spezial-Gummilösung aufgeklebt.  Das ist ganz leicht.  Sie zeichnen zunächst nur an, wohin die Streifen gehören, reinigen die Stellen mit Benzin, Glaspapier oder einer Stahldrahtbürste gründlich, vor allem von Wachs und bestreichen Bootshaut und Kielstreifen mit Gummilösung, die wir in unserem Katalog für diesen Zweck anbieten.  Genau wie beim Reparieren eines Fahrradschlauches müssen Sie warten, bis die Gummilösung an allen Teilen gut eingetrocknet ist; das dauert je nach dem Feuchtigkeitsgehalt der Luft und ihrer Temperatur 10-30 Minuten.  Daraufhin nochmals bestreichen und wieder trocknen lassen!

Wichtig ist, daß die Kielstreifen bis unter die Gummisteven reichen und davon überdeckt werden.  Kielstreifen und Gummisteven fest an die Haut drücken; mit dem Handballen oder einem harten, aber nicht scharfkantigen Gegenstand geht das sehr gut.

Nach dem Aufkleben 14 Stunden in aufgebautem Zustand ruhen und trocknen lassen: dann kann die Gummilösung gut vulkanisieren.

Stellen Sie beim Aerius, T 8 oder T 9 einmal fest, daß am Heck etwas Wasser eindringt, liegt das wahrscheinlich an der Verschraubung des Heckbeschlages.  Im Laufe der Zeit läßt die Spannkraft des Materials zwischen Heck-Beschlag und Sechskant-Mutter erfahrungsgemäß nach.  Mit einem 11mm Sechskant-Steckschlüssel, den Ihnen Ihr Mechaniker gewiß leiht, ziehen Sie einfach die Mutter der Heckbeschlag-Schraube im Bootsinnern nachträglich fester an.  Und schon .ist der Schaden behoben.  Das Nachschrauben hat aber nur Zweck, wenn die Stelle tatsächlich undicht ist.

Für Aerius- und Master-Besitzer:

Anleitung zum Einziehen der Bordschläuche: Bootshaut umstülpen, Schlauchtasche also nach außen.  Den Schlauch legen Sie der Länge nach auf die Tasche. Ventilöffnung beachten!  Mit Hilfe eines Rundstabes, der an der Spitze mit einem Stofflappen umwickelt ist, führen Sie die Schlauchspitze von einer mittleren Öffnung aus nach vorn. Die Schlauchspitze wird dabei um das Stabende gelegt. Die zweite Hälfte auf gleiche Weise einschieben.

Wenn der Schlauch vollständig eingezogen und die Taschenöffnungen mit den Bändern geschlossen sind, empfiehlt es sich, den Bordschlauch nur leicht aufzublasen. Strahlenbildungen, die dabei an der Außenseite entstehen, beseitigen Sie am besten durch leichtes Abklopfen. Erst dann vollblasen! Das ist Gefühlssache.  Deshalb Vorsicht und lieber auf "Stottern' blasen. Bei übermäßigem Druck besteht die Gefahr, daß die Nähte der Schlauchtaschen platzen.

Falls Sie segeln: Bitte, das Segel immer trocken verstauen.  Der hochwertige Mako-Segelstoff bekommt sonst häßliche Stockflecken; sie lassen sich nicht mehr entfernen.  Im Dacron-Segel können sich zwar keine Stockflecken bilden, aber unangenehme Geruchsbildung und Wasserflecken bleiben auch da nicht aus.  Deshalb jedes Segel sobald wie möglich trocknen.

Wollen Sie Ihre Besegelung einmal waschen, können Sie für den Mako - Segelstoff jedes handelsübliche Feinwaschmittel verwenden; Dacron behandeln Sie bitte wie Perlon-Gewebe.

Tesaband, in unserem Bootskatalog angeboten, eignet sich ganz vorzüglich für behelfsmäßige Schnellreparaturen.  Kleine Risse und Löcher in Verdeck und Haut können Sie damit reparieren; bitte mit Tesaband außen und innen überkleben.  Es hat die angenehme Eigenschaft, sich auch mit der feuchten Bootshaut zu verbinden.  Ordnungsgemäß reparieren Sie Ihre Bootshaut ja später mit unserem Flickzeug, ebenfalls im Katalog verzeichnet.  Der Arbeitsvorgang ist der gleiche wie beim Aufkleben von Gewebe-Kielstreifen.

Wer gut schmiert ...

hat länger Freude an seinem Bootswagen.
Gönnen Sie deshalb den Naben hin und wieder einen Tropfen 01 oder etwas Fett; sie danken es Ihnen.


Aber bitte so sparsam ölen oder fetten, daß nichts an die Bootshaut kommt; 01 und Fett sind bekanntlich gummifeindlich.

Grundsätzlich möchte ich Ihnen empfehlen, die übrigen Metallteile des Bootswagens mit unserem Bootswachs einzureiben; es bietet guten Rostschutz, schadet aber der Gummihaut Ihres Bootes nicht.  Mit salzhaltigem Meereswasser sollten Sie ihn möglichst nicht in Berührung bringen.  Läßt sich das nicht vermeiden, dann bitte den Wagen besonders sorgfältig pflegen: Vorher einwachsen, die Naben ölen, beizeiten mit Süßwasser reinigen und wieder gegen Rost mit Wachs einreiben.

PKW-Besitzer transportieren das aufgebaute Boot hin und wieder kieloben oder kielunten auf dem Dachgepäckständer.  Sorgen Sie bitte dafür, daß die Auflagestellen des Bootes auf weichem Material ruhen, und zwar vorn etwas tiefer als hinten.  Dann hat der Wind weniger Angriffsfläche und kann das Boot nicht so leicht hochheben.  Sitzluke schließen!  Als Befestigungspunkte kommen in erster Linie die Verstrebungen des Gepäckständers in Frage.  Am einfachsten spannen Sie die Gurte vorn und hinten quer über den Bootskörper. Wichtig! Ich empfehle Ihnen, das Boot vorn durch 2 Gurte oder Gummizüge zu sichern.  Reißt einer infolge der enormen Kraft des Fahrtwindes, wird der zweite das Boot noch niederhalten.  Ein vorn ungesichertes Boot würde der Fahrtwind sofort heben und davontragen.  "Der kluge Mann baut vor"!  Deshalb: Überprüfen Sie vor jeder Fahrt die Beschaffenheit der Halterungen.

Leinen, die vom Bug oder Heck aus nach den Stoßstangen
geführt werden, zeigen dem Fahrer sofort an, wenn sich die Bootslage verändert.  Aber bitte beide Leinen nur mäßig spannen, sonst verformt sich der Bootskörper.

Der Winterschlaf......

Eine betrübliche Geschichte, wenn Sie am Ende der Paddelsaison Ihr Klepper-Boot zum Winterschlaf herrichten müssen.  Und während Sie beim Sortieren und Einkleben Ihrer Ferienfotos immer wieder fragen: "Weißt Du noch..." haben Sie hoffentlich Ihr Boot, falls es notwendig war, zur Generalüberholung eingeschickt!  Bitte, nicht erst im Frühjahr, wenn Sie losfahren wollen.

Übrigens: In den Monaten September, Oktober und November können wir Boote und Zelte innerhalb kurzer Zeit reparieren.  Später ist uns das nicht mehr möglich, es sei denn mit Überstunden, die natürlich Kosten verursachen.  Und, warum?  Schon in den ersten Dezembertagen setzt die serienmäßige Fabrikation unserer Boote und Zelte ein.  Dann haben alle Hände so viel zu tun, daß wir uns nur sehr schwer mit Reparaturen befassen können und uns lange Lieferfristen vorbehalten müssen.  Deshalb merken Sie sich die günstigen Reparatur-Monate: September, Oktober, November.  Überwintern kann Ihr Boot in unserem Werk allerdings nicht; dafür fehlt uns der Platz.

Kommt Ihr treuer Wandergefährte von den Klepper-Werken geheilt zurück oder, wenn Sie ihn ohne ambulante Behandlung für den Winterschlaf herrichten können, pflegen Sie bitte Haut und Gerüst wie weiter vorn beschrieben.

Nehmen wir an, Sie wollen das Boot zerlegt in den Taschen aufheben: Dann wickeln Sie vorteilhaft Bug- und Heckbeschlag der Haut in Papier ein. Die Haut der Länge nach so falten, daß das Verdeck innen liegt, und dann vom Bug und Heck aus.  Aber nicht scharf knicken! Ganz Vorsichtige wickeln die Haut in Ölpapier und geben sie erst dann in die Tasche.  Die Gerüstteile trocken und mit sorgfältig eingewachsten Beschlägen in Stab- und Spantentaschen aufheben.

Dann können Sie Ihr Klepper-Boot 

in der Wohnung oder 
auf dem Dachboden aufbewahren, 
jedenfalls in einem trockenen Raum, 
nicht im feuchten Keller oder 
in der feuchten Garage.


Wollen Sie es aufgebaut im Bootshaus lagern, dann nur, wenn das Bootshaus nicht über oder nahe am Wasser steht.  Haut und Gerüst unbedingt vorher getrennt gut trocknen lassen.

Beim Lagern achten Sie bitte darauf, daß auf jeden Tragholm oder Traggurt ein Spant trifft, dann können sich Gerüst und Haut nicht verziehen.  Und lesen Sie nochmals, was ich auf Seite 5 vom Abdichten der Sitzluke schrieb.

So kann Ihrem Klepper-Boot aber auch gar nichts passieren.

War das nun schwierig?  Ich glaube nicht! Aber, wissen muß man's!
 
 

Viele frohe Stunden wünsche ich Ihnen mit Ihrem Klepper-Boot und wäre Ihnen dankbar, wenn Sie sich am Schluß des Sportsommers Zeit nähmen, Ihre Erfahrungen und Beobach-
tungen in einem Bericht zusammenzufassen, den ich anderen Kanuten, die bei mir anfragen, vervielfältigt zur Verfügung stellen darf.
 

Mit sportlichem Gruß und
"A h o i"

www.leozuhause.de
11/2001