Wichtige Hinweise für POUCH-Faltboot-Fahrer 
 
 

Lieber Wassersportfreund!

Nachdem Sie nun Besitzer eines POUCH-Faltbootes geworden sind, möchten wir Ihnen einige wichtige Hinweise mit auf den Weg geben. Diese Hinweise sollen Ihnen Ärger und Verdruß ersparen.
Ein neu erworbenes Faltboot läßt sich immer etwas schwer aufbauen, dieses liegt begründet in der Eigenschaft der PVC-Faltboothaut. Eine PVC-Faltboothaut hat neben ihren vielen Vorzügen einen Nachteil, daß sie bei kühleren Temperaturen etwas steif wird. Dies wirkt sich beim Erstaufbau so aus, daß der Nichtfachmann der Meinung sein könnte, die Haut oder das Bootsgerüst passen nicht.

Wir empfehlen Ihnen daher, vor dem Erstaufbau des Faltbootes die Faltboothaut in einem geeigneten Raum bei einer Temperatur von mindestens 30 Grad Celsius ca. 8 Stunden, im Sommer im Freien in der Sonne ca. 2 Stunden zu lagern.

Beginnen Sie danach mit dem Aufbau.

Legen Sie vorher eine Decke unter die ausgebreitete Haut, dies soll unnötige Beschädigungen an der Außenhaut vermeiden. Um Beschädigungen auf der Innenseite zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen, zwischen Haut und Bootsgerüst vom beigelegten PVC-Reparaturmaterial an den Einsetzpunkten der Bodenleiter je einen Flicken unterzulegen. Das ist beim Erstaufbau erforderlich.

Besonders zu beachten ist dabei, daß im Freien der Boden eben und glatt sein soll, am besten geeignet ist Rasen oder Sandboden. Spitze Steine, .Äste oder Stümpfe von Sträuchern und Bäumen können schon zur Beschädigung der Faltboothaut führen.
Versuchen Sie dann unter keinen Umständen, einen Rekord im Bootsaufbau zu erzielen.
Arbeiten Sie mit Ruhe und Überlegung.
 

Verpackung und Technische Daten

Das Faltboot POUCH „RZ 85-3" ist verpackt in 

einer Stabtasche 1650 x 300 x 250 mm
und einem Rucksack 800 x 560 x 250 mm. 
Die Stabtasche enthält:
1 Gerüstvorderteil (V) mit Bordwandteilen, Senten und Firstleiste 
1 Gerüsthinterteil (H) mit Bordwandteilen, Senten und Firstleiste 
1 Bodenleiter
2 Senten (V)
2 Senten hinten
4 Waschbordteile mit farbiger Kehlnut (LV, RV, LH und RH) 
2 Süllrandleisten vorn (kurz)
2 Süllrandleisten hinten (lang) 
Der Rucksack enthält:
1 Bootshaut
7 Spanten Nr. 1 bis 7
mit Flügelmuttern am Seglerwinkel des Spants Nr. 2 
2 Sitzschalen
1 Rückenlehne (V) 
1 Rückenlehne (H)
1 Waschbord-Rückenteil 
Technische Daten:
Länge 5500 mm
Breite 8,50 mm
Seitenhöhe 230 mm
Tiefgang ca. 100 mm
Anzahl der Querspanten 7
Gewicht des Bootes ca. 30 kg
Maximale Belastung 250 kp 
(2 Personen mit Wandergepäck) 
Der Aufbau des Faltbootes

1. Die Stabtasche und der Rucksack werden aufgeschnürt und ausgebreitet, damit alle Teile nach Bedarf entnommen werden können. Die Bootshaut wird dem Rucksack entnommen und ausgelegt.

Wir haben alle Teile so markiert, daß eine Verwechslung nicht möglich ist. Unsere Zeichen bedeuten:

V = vorn H = hinten L = links R = rechts 
Die im Rucksack verpackten Querspanten, kurz Spanten genannt, sind vom Bug bis Heck fortlaufend numeriert. Die Nummer am Spant ist immer der entsprechenden Nummer auf der Bodenleiter baw. auf den Bodenleisten zugewandt. Jeder Querspant greift seitlich in die Bordwand ein.

2. Vordere Gerüsthälfte mit langem, schrägem Steven zur Bootsspitze nach außen aufklappen, auf die Mitte der ausgebreiteten Haut legen. Spant 1 und 2 in die vordere Gerüsthälfte einbauen, dabei die Bodenleisten auseinanderdrücken und die auf den Leisten angebrachten Schrauben in die Schlitze der Spantenwinkel eingreifen lassen.
Danach wird das Spant 2 mit den Bordwandteilen durch Riemen arretiert.
3. Senten (V) entsprechend der Bezeichnung in die Senten der vorderen Gerüsthälfte anbringen und das gesamte Vorderbootsgerüst in die Bootshaut einschieben. Die Naht zwischen Bootshaut und Verdeck muß seitengleich angepaßt werden. Es ist darauf zu achten, daß die Bootshautkante innen auf der oberen Bordwandleiste zu liegen kommt.

4. In gleicher Art wird die hintere Gerüsthälfte mit den Spanten 7 und 6 mit Richtung auf das Heck aufgebaut und in die Bootshaut eingeschoben.

5. Die Bodenleiter wird aufgeklappt, entsprechend der Bezeichnung in die Bootshaut gebracht und in den vorderen und hinteren Gerüstteil eingefügt.

Achtung - Verriegelungswirbel!

Die Bodenleiter leicht nach unten drücken.

Beim Erstaufbau des Bootes läßt sich die Bodenleiter schwer durchdrücken.

Bitte achten Sie darauf, daß beim Durchdrücken der Bodenleiter der Hintersteven in das U-Profil (Alu), welches sich in der Bootshaut befindet, einschiebt.
Sollten Sie dabei Schwierigkeiten zuerst Bordwände spannen, danach die Bodenleiter durchdrücken und Verriegelungswirbel umlegen.
Im anderen Fall wird zuerst die Bodenleiter durchgedrückt und verriegelt, danach werden die Bordwände gespannt. Das Spannen der Bordwände geschieht durch Einwärtsklappen, bis die Mittelverschlußteile ineinandergreifen, dann Bordwand langsam nach außen drücken. 

6. Firstleisten vorn am Spant 2 und hinten am Spant 6 einhaken.

7. Spanten 3, 4 und 5 entsprechend der Nummer einsetzen, danach Spanten und Bordwände mit Riemen verbinden.

8. Süllrandleisten in den Schlauch des Bootsverdecks einschieben und die Bohrungen auf die Gewindebolzen der Spanten passen. Bei den hinteren Süllrandleisten müssen die aufgenieteten Beschlagteile nach innen zeigen. Waschbordleisten (mit farbiger Hohlkehle) in der Mitte zuerst aufstecken und mittels Flügelmuttern festschrauben, dabei die Rückenlehnen. Waschbordspitze und den Rückenteil mit einsetzen. 
Achtung! Lassen sich die Süllrand- und Waschbordleisten infolge der hohen Spannung der Bootshaut beim neuen Boot nur schwer auf die Gewindebolzen bringen, dann zuvor Bug und Heck des Bootes etwas hochlegen und die hohlliegende Mitte langsam durchdrücken.

9. Verdeck an Waschbord-Rückenteil innen einhaken (die äußeren Zapfen sind für die Spritzdecke). Sitzschalen mit Bolzen in Spant 3 und 5 einschieben und mit Wirbel verriegeln.

10. Der Abbau des Bootes erfolgt sinngemäß in umgekehrter Reihenfolge des Aufbaues.

Gebrauchsanleitung für Faltboot und Zubehör

Wir empfehlen, das Faltboot vor der Benutzung mit Luftschläuchen oder Luftkissen (es genügt schon ein Gummiball von der Größe eines Fußballes) auszurüsten. Diese schieben Sie in die äußersten Enden des Vorderund Hinterstevens. Ihr Boot wird dadurch unsinkbar.
Zur Befestigung des Bootes an der Anlegestelle vergessen Sie bitte eine feste Bootsleine nicht, welche am Spant 2 oder 6 angebracht wird.
Die Bootsleine, die Sie am Spant 2 befestigt haben, wird durch den Ring am Vordersteven gezogen. Diese Schnur darf nicht am Ring verknotet werden.
Die am Vordersteven angenähte Lasche mit Ring ist des weiteren für die 
Befestigung der Fock vorgesehen.
Auf einer Fahrt läßt es sich nicht vermeiden, daß beim Ein- und Aussteigen Erde, Sand oder Steinehen ins Bootsinnere gelangen. Sie ersparen sich viel Mühe und halten das Boot sauber, wenn Sie ein entsprechendes leichtes Gummituch oder ein Stück leichte Folie über die Bodenleiter und den Bootsboden ausbreiten. Diese Einlage läßt sich schnell herausnehmen und reinigen.

Spritzdecke

Die Spritzdecke, die gesondert geliefert wird, ist am Dichtrand mit Druckknöpfen versehen und wird damit an dem unteren Teil der Waschbordleisten befestigt, d. h. unter der farbigen Hohlkehle. Zur Befestigung am Waschbord sind der Spritzdecke entsprechende Druckknopfteile und Holzschrauben in einem kleinen Beutel beigefügt. Die Montage der Spritzdecke müssen Sie selbst vernehmen, indem Sie die Spritzdecke über 
die Sitzluke ziehen, den Sitz der Druckknöpfe anzeichnen, mit einem Nagelbohrer leicht vorbohren und die Druckknopf-Unterteile mittels Schraubenzieher anschrauben.

Steuereinrichtung

Steuereinrichtungen werden ebenfalls gesondert geliefert. 

Steuer-Bock

Wir fertigen eine Steuereinrichtung mit Bock, die auf der Bodenleiter und zwischen den Bodenbrettchen hinter dem vorderen Sitz befestigt wird. Die eingearbeiteten Nute nehmen die Bodenbrettchen auf, die Klemmschraube zeigt nach hinten. Durch Anziehen der Flügelmutter wird die Steuereinrichtung arretiert.
Die Steuerschnüre werden jeweils vom Fußsteuerjoch über Spanner durch die Bohrungen des Waschbord-Rückenteiles zum Joch des Steuers geführt und befestigt. Diese Steuereinrichtung eignet sich für Wander-, Segel- und Außenbordmotorfahrten.

Steuer-Gummi

Außerdem fertigen wir noch ein Fußsteuer-Gummi. Zwei halbsteigbügelähnliche Fußrasten dienen zur Aufnahme der Füße. Das Gummiseil wird seitlich an den Bordwänden (Steuerblättchen) in Höhe des vorderen Sitzes eingehakt. Die Führung der Steuerschnüre erfolgt in gleicher Art wie bei der Steuereinrichtung mit Bock.

Diese Steuereinrichtung eignet sich besonders für größere Wanderfahrten. Beim Wegnehmen der Füße geht durch die Vorspannung des Gummiseiles das Steuerblatt (Senknorm) in die Ausgangsstellung zurück. 
Zum Segeln und für Fahrten mit Außenbordmotor ist diese Steuereinrichtung nicht besonders geeignet.

Spitzsegel

Das von uns hergestellte Spitzsegel fand überall Anklang, es ermöglicht, mit dem Faltboot auch den Segelsport zu betreiben. Die dazugehörige Seitenschwerteinrichtung gibt dem Boot die notwendige Führung.

Fock

Die Fock, das sogenannte Vorsegel, vergrößert die Segelfläche und erhöht den portlichen Wert.

Bootswagen LK

Der Bootswagen dient zum Transport des verpackten oder aufgebauten Bootes.
Bevor Sie den Bootswagen beladen, legen Sie eine zusammengelegte Decke oder ein Kissen auf das Bootswagengestell, um Scheuerstellen am Boot oder Zubehör zu vermeiden. Beim verpackten Boot schnallen Sie zuerst die Stabtasche fest, die ja als Deichsel dient, danach den Rucksack und die anderen Ausrüstungsgegenstände. Ein Riemen oder Gurt mehr erspart Ihnen viel Ärger. 
Bitte überlasten Sie den Bootswagen nicht! 
Maximale Belastung 50 kg. 

Pflegeanleitung

Die Bootshaut bestimmt mit ihrer Haltbarkeit im wesentlichen die Lebensdauer eines Faltbootes. Wir verarbeiten seit Jahren die bisher bewährte PVC-Bootshaut, sie hat gegenüber der Gummihaut eine wesentlich höhere Lebensdauer und ist unempfindlich gegen zersetzende chemische Flüssigkeiten, die leider schon viele Flüsse und Seen verunreinigen. Besondere Pflege benötigt die PVC-Bootshaut nicht. Bei einer evtl. Verunreinigung ist sie mit Wasser, Fit und Bürste abzuwaschen, danach mit klarem Wasser nachzuspülen.

Bootspflegemittel, wie Wachse, finden keine Anwendung. sie sind spe-
ziell für Gummibootshäute gedacht.

Die Pflege des Bootsverdecks geschieht genau wie bei der PVC-Bootshaut. Eine Nachimprägnierung nach jahrelangem Gebrauch kann mit handelsüblichen Imprägnierungsmitteln durchgeführt werden.
Eine liebevolle Behandlung und Pflege des Bootes, auch ein neuer Lackanstrich der Gerüstteile (nur guten Bootslack verwenden) während der Herbst- und Winterzeit, lohnen sich und bringen ungetrübte Freuden im nächsten Urlaub.

Reparaturanleitung

Reparaturen an der PVC-Bootshaut sind leicht auszuführen und selbst in nassem Zustand möglich. Der Reparaturfleck aus mitgeliefertem Reparaturmaterial wird hierbei nicht aufgeklebt, sondern aufgeschweißt. 
Ein handelsüblicher Lötkolben 220 V/60 W oder notfalls eine heiße Messerklinge (ca. 140-160°C) ermöglichen jede Reparatur.
Der Flicken wird auf die gesäuberte, schadhafte Außenstelle der Bootshaut gepreßt. die dünn gearbeitete (ca. 2 mm dick) Lötkolbenzunge oder Messerklinge zwischen Flicken und Bootshaut langsam geführt und zügig hervorgezogen. Der Flicken ist an der eben behandelten Stelle nach Erkalten sofort fest. In vorbeschriebener Art wird der Flicken je nach Größe vollends aufgebracht. Das gleiche empfiehlt sich an der Innenseite der Bootshaut.
Sollten nur leichte Abschürfungen an der äußeren oder inneren PVC-Haut zu verzeichnen sein, genügt ein Ab- und Übertragen vom beigelegten Reparaturmaterial auf die Bootshaut mittels Lötkolben oder Messerklinge.
Wer es einmal probiert hat, wird erstaunt sein, wie leicht sich eine Reparatur durchführen läßt. Auch Kielstreifen können auf diese Weise aufgeschweißt werden.
Wir empfehlen, bei einer Reparatur oder beim Aufschweißen von Kielstreifen eine feste Unterlage zu schaffen.
Angebrochene oder zerbrochene Holzteile können mit handelsüblichen wasserfesten Klebern. wie K-Leim, Kittifix oder ähnlichem, repariert werden.

Lageranleitung

Nachdem Sie Boot und Zubehör benutzt haben, ist vor dem Verpacken für eine einwandfreie Säuberung und Trocknung Sorge zu tragen. Dies trifft gleichfalls für die Einlagerung zu. Bei feucht verpackten Teilen führt es bereits nach 24 Stunden zu Stockflecken.

Sie können Ihr Boot verpackt bzw. im aufgebauten Zustand lagern, jedoch ist ein übermäßiges Bewegen und Knicken einer verpackten Bootshaut bei Kälte nicht ratsam. Muß das zerlegte Boot monatelang aufbewahrt werden, so ist es gut, die Bootshaut ausgebreitet zu lagern oder wenigstens nur lose zu falten. Scharfe Knicke schaden jeder Bootshaut. 

Die Behandlung der Bootsinnenseite mit Talkum während der Winterzeit erhält Ihnen eine elastische Bootshaut.

Bitte schlagen Sie unseren Rat nicht in den Wind. Er soll nur helfen, die Voraussetzungen zu schaffen zur Freude am Boot und damit zum ungestörten Genuß Ihrer Freizeit und Ihres Urlaubs nach arbeitsreichen Tagen.

Sollten Sie trotz unserer ausführlichen Anleitung noch irgendwelche Fra„en haben, so stehen wir Ihnen selbstverständlich jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung. Unser technisches Kollektiv verfügt über reichhaltige und jahrelange Erfahrungen auf dem Gebiet des Faltbootsportes.

Sollten Sie Ersatzteile benötigen oder Anlaß zu einer Reklamation haben, wenden Sie sich bitte an die

Firma 
Edgar Kanzewitsch KG 
8640 Kronach/Ofr.
Postfach 327
 

Diese Firma vermittelt Ihnen auch Bezugsquellen für Zubehörteile, wie 
Spritzdecken, Besegelungen, Bootswagen usw.
 

Lh 501-75 10 000 IV-2-23 687

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